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Rekonstruktion der Goldborte einer MITRA 12. Jhd.
H 20 cm x B ca. 55 cm

Bereits in den 1970er Jahren wurde unter dem Baseler Münster das Grab des Bischofs Johannes II. Senn von Münsingen (Amtszeit 1335 bis 1365) freigelegt. Dabei wurden Teile seiner Pontifikalbekleidung, unter anderem seine Mitra gefunden. Die vorhandenen Borten der Mitra sind wegen ihres fragilen Zustandes als Grabfunde im Original nicht für Ausstellungen geeignet, deshalb wurde nach einer möglichen Rekonstruktion für dieses Textil gesucht.

Zustandsbeschreibung

In der Originaldokumentation zeigt sich beispielsweise der goldene Eindruck der Borte der liturgischen Kopfbedeckung in einem deutlich hellen Goldton. Das Gold scheint in seiner Legierung durch chemische Reaktionen nachgedunkelt zu sein. Die aufwendige Lampas-Webkonstruktion ist äußerst durchdacht und anspruchsvoll, da sowohl die Kette mit 40 Fäden pro einem Zentimeter sehr dicht ist und aus einer sichtbaren Musterkette sowie der unsichtbaren Bindekette besteht. Genauso gibt es einen sichtbaren Schuss in Goldlahn mit einem feinen unsichtbaren Bindeschuss in feinster Seide.

Rekonstruktion

Die Rekonstruktion wurde im Textilatelier vorgenommen. In erster Linie sollte es darum gehen, die Feinheit des Gewebes, das Gold, sowie dessen Gliederung seiner detailreichen Ranken, Löwen und Vögelnachzuempfinden, die im 12. Jahrhundert in der höchst raffinierten Lampas-Webtechnik gewebt wurde und dem Bischof 200 Jahre später mit ins Grab gegeben wurde.

Um die Goldborte vom Auftrag bis zur Eröffnung fertigstellen zu können, wurde diese separat in einer französischen Bandweberei hergestellt und mit Hilfe einer Lupe die Ornamente nur als Hauch Ton in Ton mit feinstem Seidengrége bestickt. Dies war möglich durch die internationale Verbindung mit dem Kollegen Franz Ippoldt – (Seidenweber) – Lyon. Zu betonen wäre, dass die enthaltene geistige Kraft in der Mitra die mechanische Herstellung des neuen Titulus (Stirnband in einem unrealistischen Zeitfenster doch wie ein wunder möglich machte.